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Meine liebe Republik
Elisabeth Scharang


© polyfilm

SYNOPSIS
Friedrich Zawrel gerät als Kind in das perfide System der Nationalsozialisten und wird von Rassenhygienikern gedemütigt und fast ermordet. Er hat all das überlebt. Als Friedrich Zawrel nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur sein Glück in der neu ausgerufenen Zweiten Republik Österreich sucht, stehen die bösen Gespenster seiner Vergangenheit jedoch aufrecht vor ihm: in Gestalt des früheren Naziarztes Heinrich Gross.

1975 sitzen sich die beiden in einer Gefängniszelle gegenüber: Gross als erfolgreicher Gerichtsgutachter, Friedrich Zawrel als angeklagter Dieb. Gross läßt Zawrel als Zeugen seiner Nazi-Vergangenheit hinter Gittern verschwinden.

Als der junge Journalist Florian Klenk die unglaubliche Geschichte des Friedrich Zawrel Jahre später aufgreift, stößt er auf ein Geflecht aus Schweigen, Schuld und Scham.

Der Film erzählt das Leben eines ungewöhnlich mutigen alten Mannes, der mit seinem Kampf für Gerechtigkeit seinen Peiniger Gross und die österreichische Gerichtsbarkeit heftig ins Schwitzen brachte.



ELISABETH SCHARANG | Filmemacherin
Recht und Gerechtigkeit stehen einander feindlich gegenüber. Der Film soll Transparenz in ein Stück widersprüchlicher und skandalöser Justizgeschichte bringen; und er soll zeigen, dass es lohnt, sich zu wehren.

FLORIAN KLENK | Journalist
Wieso war es in einem Land, das sich dem Antifaschismus verpflichtet fühlte, für jemanden wie Friedrich Zawrel nicht möglich, ein normales Leben zu führen ? im Gegensatz zu seinen Peinigern? Standen korrupte Politiker dahinter, die einen der ihren decken wollten?
Oder war es ein schlampiger und ignoranter Umgang der verantwortlichen Justizfunktionäre mit NS-Opfern?

FRIEDRICH ZAWREL
Eines Abends ist meine Zellentür in der Gefangenenanstalt Stein aufgegangen und ein großer Mann ist herein gekommen. »Kennst mich?«, hat er gefragt. Es war der Berater in Sachen Strafvollzug und Psychiatrie des damaligen Justizministers.

»Was hast du eigentlich mit dem Heinrich Gross?« hat er gefragt. »Sie können mir nicht helfen«, hab ich geantwortet. »Ich brauche einen Richter oder Staatsanwalt, keinen neuen Psychiater.« Da ist er richtig böse geworden und hat gedroht: »In der Psychiatrie ist es nicht so schön wie im Gefängnis. Pass' nur auf.«

Ab da konnte ich nicht mehr schlafen. Ich dachte nur noch, wenn die mich in die Psychiatrie bringen, damit ich keine weiteren Schritte mehr gegen den Gross unternehme, dann weiß ich ja nach ein paar Wochen nicht mehr, wie ich heiß.



DIE TÖTUNGSMASCHINIERIE UND IHRE ERBEN
Die Euthanasieklinik am Spiegelgrund in Wien war die zweitgrößte Menschenvernichtungs-klinik in Nazideutschland. Über 800 geistig und körperlich Behinderte, sowie sogenannte asoziale und schwer erziehbare Kinder wurden dort zwischen 1940-1945 von den Nazis ermordet.

Friedrich Zawrel hat 14 Monate in der Euthanasieklinik am Spiegelgrund überlebt.

Heute sollen kärglichen Räumlichkeiten mit einer kleinen Ausstellung auf dem Areal des Wiener Steinhof an die Kinder vom Spiegelgrund erinnern. Das war bis zur Fertigstellung dieses Films alles, was die Stadt Wien bereit ist, in diese Gedenkstätte zu investieren.

Friedrich Zawrel hat unter anderem deshalb eine Ehrung durch die Stadt Wien abgelehnt; aber er wird nicht müde, seine Geschichte vor Schulklassen, StudentInnen und Interessierten im In- und Ausland zu erzählen und dadurch jetzt, im hohen Alter, eine persönliche Wiedergutmachung zu erfahren: weil man ihm zuhört und glaubt.



PRESSESTIMMEN

Meine liebe Republik ist ein wunderbarer Film gegen die Demenz im Land. Und ein wunderbarer Film über Friedrich Zawrel, einen »Goscherten«, der seine Rede gegen diese Demenz gerichtet hat. Und dabei um sein Leben redet.

Wiener Stadtzeitung Falter


Manchmal trifft ein Dokumentarfilm genau ins Schwarze: Der richtige Ort zur richtigen Zeit ? und eine Person, deren Leben locker zwei Krimiromane füllen könnte. Dieser Film ist so ein Glücksfall.

www.allesfilm.com

Website zum Film
IMDB

Ort und Zeit der Aufführung: Zentralkino Wr. Neustadt, 03.06.2009 19:30


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