Log-In




» registrieren



die letzten 5 Filme

» Amour Fou
» Die Wolken von Sils Maria
» Hin und Weg
» Macondo
» Ein Geschenk der Götter

Feux Rouges
Cedric Kahn

Sommer in Paris ? der frustrierte Versicherungsangestellte Antoine und seine als Anwältin erfolgreiche Ehefrau Hélène brechen in den Süden auf um dort mit ihren Kindern wie gewohnt den Familienurlaub zu verbringen. Die Kinder sind schon dort. Alles könnte sein wie jedes Jahr, aber alles kommt diesmal ganz anders. Was mit einem leichten Ekel einer überlebten Beziehung beginnt, endet im Albtraum. Oder war alles anders? Frau fährt, Mann träumt?



Mit "Feux rouges (Schlusslichter)" hat der 1966 geborene Franzose Cédric Kahn wie in seinen Filmen "Roberto Succo" und "L'ennui" erneut eine Romanvorlage fürs Kino adaptiert. Der gleichnamige Roman Feux rouges stammt von Georges Simenon und wurde in den 1950er Jahren geschrieben. Obwohl kaum modifiziert, erscheint der Film sehr zeitlos und entspricht heutigen Beziehungskonstellationen und geschlechtsspezifischen Identitätsfragen. Grandios und extrem gegensätzlich dargestellt wird das Paar von Carole Bouquet (dem Inbegriff distanzierter Kultiviertheit) und Jean-Pierre Darroussin (einem bekannten Komödianten).

Zeitliche Verspätung, eine leichte Prädisposition des Mannes (schon vor Beginn der Abreise hat er heimlich Bier und Whisky getrunken) und das starke Ferienreiseaufkommen lassen die Emotionen der beiden Eheleute hochschaukeln, bis Hélène mitten in der Nacht wütend aus dem Auto aussteigt und mit dem Zug weiterfährt.

Allmählich lässt Kahn immer mehr Thrillerelemente in seine Verfilmung einschließen. Während Antoine anfangs seine neue Freiheit genießt, mischen sich schließlich doch Sorge und Panik in seine durch den Alkoholkonsum beeinflusste Stimmung. Das Auftauchen eines mysteriösen Autostoppers und der ungeklärte Aufenthalt der Ehefrau verleihen dem Film endgültig Thrillercharakter.

Den schwankenden Gefühlslagen des Mannes entsprechend verändert Kahn die räumlichen Gegebenheiten. Die Fahrbahnen werden enger, Neonschilder und Verkehrstafeln, die den nächtlichen Straßenrand säumen, haben plötzlich geheimnisvollen Charakter. Am nächsten Morgen versucht der verkaterte und panische Antoine telefonisch den Verbleib seiner Frau auszumachen. Die fast 20-minütige, kaum geschnittene Szene wird zur Bühne des grandiosen Schauspielers Darroussin und bringt die entsetzlichen Geschehnisse der vergangenen Nacht gnadenlos zum Vorschein.

Ort und Zeit der Aufführung: Zentralkino - Wiener Neustadt, 02.11.2005 19:30


Kommentar verfassen

0 Kommentar(e)


dekArTe


Impressum | Geschichte | Presse