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Der Mann, der die Sterne macht
Giuseppe Tornatore


© Filmladen

Doktor Joe Morelli aus Rom fährt 1953 in einem alten Lieferwagen, der mit Plakaten bekannter Filmstars beklebt ist, durch Sizilien. Er besucht kleine Dörfer und Städte, in denen er auf dem Hauptplatz ein Zelt aufbaut und eine Filmkamera aufstellt. Über Lautsprecher erklärt er den Bewohnern, die in Scharen herbeilaufen, dass er als Talentsucher der Unversalia Studios in Rom auf der Suche nach neuen Gesichtern für den Film sei. Für einen Unkostenbeitrag von 1500 Lire könnten Interessierte Probeaufnahmen von sich machen lassen und vor der Kamera einige Sätze sprechen.

Da viele Sizilianer in den Nachkriegsjahren in Armut leben und nach einer Möglichkeit suchen, auszuwandern, ist es für Morelli ein leichtes Spiel, in ihnen den Traum von einer Schauspielerkarriere, von Reichtum in Rom oder sogar in den Vereinigten Staaten zu schüren. Mehr oder weniger schöne Frauen, ehrgeizige Eltern mit ihren Kindern, Landarbeiter, Ganoven und Mafiosi begeben sich in Morellis Zelt, um vor laufender Kamera ihr Gesicht zu zeigen und eine Sprechprobe zu machen. Sie erzählen von sich und ihrem Leben, von Erinnerungen und Plänen.

Morelli dreht, hört sich die Geschichten an und nährt gegen 1500 Lire falsche Hoffnungen, denn in Wirklichkeit ist er ein Betrüger mit langer Vorstrafenliste. Er benutzt bespieltes, unbrauchbares Filmmaterial, das nie in Rom landen wird, und ist nur am Geld interessiert. Nachts, wenn er Kamera und Zelt abbaut, um in die nächste Stadt aufzubrechen, amüsiert er sich über die Naivität der Sizilianer.

Eines Tages steht die junge Beata vor seiner Kamera. Sie ist Waisin, lebt mangels anderer Möglichkeiten in einem Kloster und sieht in Morelli die einzige Möglichkeit, ihrem bisherigen Leben zu entfliehen und nach Rom zu gelangen. Sie verehrt ihn, begleitet ihn und unterstützt ihn bei seinen Filmaufnahmen. Er ist zunächst wenig begeistert, doch nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine Liebesbeziehung.

Genauso plötzlich, wie Beata in Morellis Leben trat, taucht Brigadiere Mastropaolo auf. Er hat Morellis falsches Spiel durchschaut und prangert ihn öffentlich an. Gleichzeitig erscheinen einige Mafiosi, die von Morelli betrogen wurden. Sie schlagen ihn brutal zusammen und er kommt schwer verletzt für einige Monate ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung macht er sich auf die Suche nach Beata. Er findet sie schließlich in einer geschlossenen Anstalt. Nachdem sie miterlebte, wie er als Betrüger entlarvt und anschließend verletzt wurde, zog sie sich in ihre eigene Traumwelt zurück. Sie erkennt ihn nicht mehr und ist kaum ansprechbar. An Morelli ziehen noch einmal die Aufnahmen und Gesichter vergangener Zeiten vorbei und er sieht, dass er nicht nur unzählige Träume, sondern auch ein Leben zerstört hat.
Quelle Wikipedia

Ort und Zeit der Aufführung: Zentralkino Wr. Neustadt, 02.04.2008 19:30


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