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Mein liebster Feind
W. Herzog

Werner Herzog, der übrigens exakt dreißig Jahre älter als der Rezensent ist, war einmal ein kleiner bayrischer Bub von dreizehn jahren. Zufällig hat damals Kinski ein paar Tage bei der Familie Herzog gewohnt. Der kleine Werner hat nicht verstanden, warum Kinski sich während dieser Zeit ins Bad eingschlossen hat und dessen Mobiliar restlos zerstört. Später war Herzog Regisseur und Kinski immer noch Schauspieler. Ihr erster gemeinsamer Film war sehr erfolgreich, Aguirre - der Zorn Gottes. Herzog war Kinski inzwischen näher gekommen.

Nicht, daß er diesen sich genialisch guerierenden Wüterich deshalb verstanden hätte. Aber er hat ihn, wie man sagt, lieben und hassen gelernt. Und andersherum ebenso. Kinski hat sein Schimpfkanonenrohr mit Vorliebe auf Herzog gerichtet. Jeder Film, den die beiden gemacht haben, sollte der letzte sein. Aber sie konnten nicht von einander lassen. Jetzt hat Herzog einen Film über Kinski gemacht, der dieses Jahr in Cannes zu sehen war. Dabei sind Filmausschnitte, Interviews, erzählende Passagen Herzog mit Aufnahmen vom Set montiert - letztere wohl am spannendsten. Der Film selber hat eigentlich nicht sehr viel mehr zu bieten als diese Kuriosa. Herzog gibt aufrichtig und fair Einblick in die symbiotisch neuotische Beziehung der beiden.

Teilweise steht er dann schon einmal an einem Wasserfall am peruanischen Matschupitschu-Fluß, der ehemaligen Filmlocation und zeigt uns ein wenig weinerlich, wo Kinski ausgeflippt ist. Herzog aus dem Off ist gern ein bißchen betulich. Vielleicht hätte man sich über den Film im Fernsehen mehr gefreut als im Kino, sehenswert ist er aber durchaus, jedenfalls wenn man sich für den kaltblütigen Bayern und seinen berühmten Krawallbruder interessiert - der tatsächlich das charakteristische 50er Jahre - Theaterschnarren seiner Stimme zeitlebens nicht mehr abgelegt hat, wie Herzog treffend bemerkt.

(Quelle: http://www.filmtext.com)

Ort und Zeit der Aufführung: Zentralkino Wiener Neustadt, 03.10.2007 19:30


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