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Neuigkeiten

Filmprogramm Jänner - März
25.12.2018

8. Jänner: Taxi Teheran

© Filmladen

Jafar Panahis subversive Meisterleistung: Eine Taxifahrt durch Teheran als bissiger Kommentar auf das Land, das seinem bekanntesten Regisseur Berufsverbot auferlegte. Heiter, melancholisch und ohne jegliche Bitterkeit.

Ein Taxi bewegt sich durch die farbenfrohen, pulsierenden Straßen Teherans. Die unterschiedlichsten Menschen steigen in das Taxi ein. Als der Fahrer sie interviewt, sagen alle Passagiere offen, was sie denken. Niemand anderes als der Regisseur Jafar Panahi selbst sitzt am Steuer des Taxis. Auf dem Armaturenbrett seines mobilen Filmstudios befindet sich die Kamera. Während der heiteren und dramatischen Fahrten durch die Stadt fängt sie die Stimmung in der iranischen Gesellschaft ein.

Jafar Panahis Film ist weit mehr als eine Spiegelung seiner eigenen Lage, sondern auch eine Reflexion über moderne Medien, das Filmemachen und Lüge und Wahrheit in seinem Lande. Und ohne Spur von Bitternis und Verbissenheit. Das ist vielleicht das größte Wunder.

Trailer YouTube

Achtung, es ist wegen des Neujahrstages NICHT der 1.Dienstag

Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 08.01.2019 19:30


5. Februar: Weit

© Thimiflm

Im Frühling 2013 packen Patrick und Gwen ihre Rucksäcke, um sich auf einen langen Weg um die Welt zu machen: Von ihrer Heimatstadt Freiburg soll es so weit in den Osten gehen, bis sie irgendwann aus dem Westen wieder nach Hause kehren. Und das alles über Land und Wasser. Fliegen wollen die beiden nie. Per Anhalter reisen sie los, über den Balkan bis nach Moskau. Weiter durch das touristisch kaum erschlossene Zentralasien, den Kaukasus, bis in den Iran. Im Mittelpunkt der Reise steht dabei immer der unmittelbare Kontakt zu den Menschen, die sie durch das „per Anhalter reisen“ besonders intensiv erleben dürfen. Sie sind mitten drin im Alltag der Menschen. Jedes Auto bringt eine neue Geschichte, eine neue Begegnung, die man so nie hätte planen können. An den Grenzen zu Pakistan steht das Paar vor der bisher schwierigsten Entscheidung ihrer Weltumrundung. Sollen sie den Landweg durch eines der gefährlichsten Länder der Welt wagen? Doch ihr Vertrauen in das Gute überwiegt. Letztlich verbringen sie fünf Wochen in der islamischen Republik und erleben dabei, dass Pakistan mehr ist, als es die Berichterstattung in den Nachrichten annehmen lässt.

Auf Pakistan folgen Indien, Nepal, das Karakorum-Gebirge, China und die Mongolei. Die Nächte verbringen Patrick und Gwen meist in ihrem kleinen Zelt. Irgendwo hinter einem Hügel, in einem Feld, in der Steppe. Genau dort, wo ihr Weg sie hinführt.

Im sibirischen Irkutsk dann die große Überraschung: Schwanger. Alte Pläne werden verworfen und neue geschmiedet, die Passage auf einem Frachtschiff gebucht und das Geburtsland des Kindes gewählt: Mexiko. Als sie nach fast zwei Jahren Abenteuer dort ankommen, ist klar, dass sich die Reise nun verändert. Sie kaufen einen alten VW-Bus und bauen ihn zu einem kleinen Zuhause um. Nach der Geburt von Sohn Bruno im Frühjahr 2015 verlangsamt die junge Familie ihren Reiserhythmus. Ein Jahr lang erkunden sie zu dritt Mittelamerika, besuchen und arbeiten in Projekten, die sie inspirieren, um dann vor der letzten großen Hürde auf dem Weg um die Welt zu stehen: Die Überquerung des Atlantiks. Als Gwen und Patrick nach mehr als drei Jahren mit Kind im Hafen von Barcelona ankommen, beschließen sie, die letzten 1200 Kilometer zu Fuß zurück zu legen. Dreieinhalb Monate laufen sie durch Spanien, Frankreich, die Schweiz und schließlich durch Deutschland um sich der alten Heimat langsam, Schritt für Schritt, zu nähern. Die Reise, mit viel Zeit, noch einmal Revue passieren zu lassen.

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Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 05.02.2019 19:30

5. März: Nach dem Urteil

© Filmladen

Szenen einer (zerbrochenen) Ehe: Miriam und Antoine Besson sitzen vor der Familienrichterin und legen ihre Ansichten dar. Sie will verhindern, dass Antoine ein Besuchsrecht für den 11-jährigen Sohn Julien erhält, seine Anwältin argumentiert damit, dass ihr Mandant sich gebessert habe und nicht mehr gewalttätig sei. Das Urteil hinterlässt Miriam, Julien und die 18-jährige Tochter Joséphine fassungslos: Julien muss jedes zweite Wochenende bei seinem Vater verbringen. Für den 11-Jährigen sind die Stunden mit dem Vater eine Tortur – Antoine ist manipulativ, er benützt den Sohn, um an Miriam heranzukommen, und er kann seine Gewaltbereitschaft nur schwer verbergen. Die Situation eskaliert, und bald steht Antoine mit geladener Schrotflinte vor Miriams Wohnungstür.
Xavier Legrand gelingt es, den dokumentarischen Gestus der Eingangssequenz bis zum hochdramatischen Finale durchzuhalten und schafft so ein furioses Kammerspiel, das zwischen realistischer Beschreibung eines bedrohlichen Familienalltags und emotionsgeladenem Spannungskino oszilliert. Neben der schnörkellosen Inszenierung (für die Legrand in Venedig den Preis für die beste Regie gewann) sind es vor allem die grandiosen schauspielerischen Leistungen von Léa Drucker, Denis Ménochet und Thomas Gioria (der seiner Figur eine beängstigende Authentizität und Verletzlichkeit verleiht), die den Film so unvergleichlich machen.
Nach dem Urteil ist alles andere als ein Feel-Good-Film, aber mit Sicherheit eine der intensivsten und lohnendsten Kinoerfahrungen dieses Jahres.

Nach dem Film ist ein Gespräch mit Juristen (Familienrichtern) über das Thema aus österreichischer Sicht geplant.

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Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 05.03.2019 19:30


Filmprogramm November - Dezember
15.10.2018

6. November: Der Bauer zu Nathal: (K)ein Film über Thomas Bernhard

© Stadtkino

Wer war Thomas Bernhard? In seiner Heimatgemeinde Ohlsdorf bei Gmunden ist Österreichs bekanntester Schriftsteller des 20. Jahrhunderts allgegenwärtig, und trotzdem nur eine Fußnote. Wie man mit einem überlebensgroßen literarischen Erbe umgeht (oder eben nicht), zeigt dieser Film.

Thomas Bernhard ist ein weltbekannter Autor, der mindestens ebenso viele Fans wie Kritiker hatte. Aber wie geht man mit Bernhards Erbe in dessen einstiger Heimatgemeinde Ohlsdorf um? Dort hatte Bernhard einen Vierkanthof gekauft und sich mit der Berufsbezeichnung „Landwirt“ im Reisepass niedergelassen. Aber gehörte er wirklich dazu? Der gefeierte Literat plötzlich als einfacher „Bauer zu Nathal“? Blieb er nicht trotz seiner regen Teilnahme am Dorfleben immer ein Sonderling? Gab es Schnittmengen zwischen dem Geistesmenschen und seiner Umgebung? Und wie verhält sich Ohlsdorf zu seinem berühmtesten Bewohner heute? Ein schier endloses Spannungsfeld tut sich auf.

Ein Einblick in die zweite Reihe: In die Lebensumgebung des Dichters, der sein Schaffen zu einem Gutteil aus eben dieser generiert hat. „Der Bauer zu Nathal“ ist kein Film über Thomas Bernhard, sondern über uns und unsere Lebensumgebung, die entscheidend dazu beiträgt, wie wir leben und was wir schaffen.

Der Dichter als Seismograph der Gesellschaft – ein altes aber besonders in diesem Fall immer noch gültiges Bild. Die Reibung an Bernhard, dem Widerspenstigen, offenbart bis heute tiefe Einblicke in die österreichische Seele.

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Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 06.11.2018 19:30


5. Dezember: Maria und Joseph


Künstlerisch gelungene Godard-Adaption der Überlieferung von der christlichen Jungfrauengeburt.

Marie, Schweizer Tankwartstochter und Hobby-Sportlerin, ist zwar mit Taxifahrer Joseph verlobt, entzieht sich aber konsequent dem Sex mit ihm. Dennoch vernachlässigt Joseph zu Maries Gunsten Juliette, mit der er noch ein zweites Eisen im Feuer hat. Dann teilt Gabriel, ein Marie Unbekannter, ihr mit, dass sie bald ein Kind zur Welt bringen wird. Tatsächlich stellt sich die Schwangerschaft ein – unerklärlich, da Marie nach wie vor Jungfrau ist. Joseph aber ist überzeugt, betrogen worden zu sein.


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Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 05.12.2018 19:30


Filmprogramm September - Oktober
15.10.2018

4.September: Bruder Jakob schläfst du noch?

© filmdelights

Bruder Jakob, schläfst du noch? ist ein behutsamer, sehr persönlicher Film über einen langsamen Abschied, zugleich aber auch einer über das Wiedersehen. Die über den Film verstreuten Archivaufnahmen, auf denen man die Brüder als Kinder und Jugendliche sieht – ein Gipfelsieg im Sommer, beim gemeinsamen Baden und ausgelassenen Toben und Tanzen –, verleihen diesem Film eine ungeahnte und bemerkenswerte Leichtigkeit. Die Suche, die im Tiroler Lareintal beginnt, endet schließlich in einem Hotelzimmer in Porto. Und mit der Erkenntnis, dass dies kein Film der Traurigkeit ist, sondern einer über die Notwendigkeit der Trauer. Und über das Wiederfinden jener, die einen als Familie durchs Leben begleiten.

Trailer Vimeo

Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 04.09.2018 19:30


2.Oktober: Peter Turrini. Rückkehr an meinen Ausgangspunkt

© filmdelights

Titelgebender "Ausgangspunkt des Dokumentarfilms über und mit Peter Turrini ist der Tonhof in Maria Saal. Hier führte in den 50er und 60er Jahren das Künstlerpaar Maja und Gerhard Lampersberg ein offenes Haus für völlig unbekannte "Kunst-Irre", wie es Turrini im Laufe des Filmes einmal nennt - von Thomas Bernhard bis Christine Lavant u.v.m. Für den 15-jährigenPeter Turrini war der Tonhof ein magischer Ort, sein "erstes Zuhause - Labor, Enklave, Wiege der Nachkriegsliteratur."

In ihrem bildmächtigen und ruhigen Dokumentarfilm lässt die Schauspielerin und Filmemacherin Ruth Rieser den Kärntner Dramatiker zu Wort kommen – nachdenklich, offenherzig, liebevoll. Ohne Ressentiment oder Voyeurismus wird im Gespräch behutsam dem Herzschlag des Tonhofes und seiner mittlerweile verstorbenen Hausherren nachgespürt. Dabei zeigt sich Turrini auch als Freund der Jugend, als einer mit feinem Sensorium für das Jetzt.

Trailer Vimeo

Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 02.10.2018 19:30


Filmprogramm Juli - August
24.05.2018

3. Juli 2018: Kleine Wunder in Athen

Dieser Film ist ein „vergnüglicher“ Blick in ein Viertel Athens, in dem es – und das ist der aktuelle Bezug – auch um das Verhältnis zwischen Einheimischen und (Arbeits)Migranten (in diesem Fall Albanern) geht: Selten zuvor wartete ein solch unscheinbarer Film mit derart viel Charme auf. Der Film spielt an einer ruhigen Kreuzung im Athener Stadtviertel Akadimia Platonos, das hauptsächlich von Ausländern bewohnt wird. Die verbliebenen zumeist armen Einwohner fühlen sich als Verlierer der Gesellschaft.

Dem Regisseur, Filippos Tsitos, gelingt es, mit einem kleinen, verschrobenen und dabei sehr liebenswerten Film auf ein noch immer totgeschwiegenes Problem aufmerksam zu machen.“ Kleine Wunder in Athen“ hat eine Debatte angestoßen über interkulturelle Schwierigkeiten im heutigen Griechenland und gesellschaftlich vermittelten Fremdenhass.

Zum Inhalt: Der Ladenbesitzer Stavros verbringt die Tage, indem er mit seinen Freunden untätig vor seinem heruntergekommenen Laden im Stadtviertel Akadimia Platonos herumsitzt. Als albanische Bauarbeiter im Auftrag der Stadt beginnen, ein Denkmal für „interkulturelle Solidarität“ zu errichten, stößt das auf den Widerstand der fremdenfeindlichen Freunde. Auch die Chinesen, die gegenüber von Stavros’ Laden mit beängstigendem Fleiß ein Geschäft für italienische Designermode aufmachen und immer zahlreicher zu werden scheinen, machen den Griechen Angst. Diese lästern über die Albaner und die Chinesen und haben ihren Spaß an dem Hund „Patriot“, den einer von ihnen dazu abgerichtet hat, alle Albaner anzubellen.

Stavros’ halb demente Mutter glaubt in dem Albaner Marengelen ihren verlorenen Sohn zu erkennen. Dass seine Mutter plötzlich fließend albanisch spricht, irritiert Stavros ebenso sehr wie der nun auch ihn verbellende Patriot.

Die Frage, wie viel Albaner in ihm selbst steckt, bringt sein Leben aus dem Gleichgewicht und auch die Weltsicht seiner Freunde ins Wanken.

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Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 03.07.2018 19:30


7. August 2018: Überraschungsfilm

Dekarte zeigt an diesem Dienstag einen Überraschungsfilm.

Ort und Zeit der Aufführung: Bildungszentrum St. Bernhard (Propstei/Domplatz) Wiener Neustadt, 07.08.2018 19:30



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